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<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de"><title>&#xAB;Bund&#xBB;-Blog</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/"/><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://bundblog.derbund.ch/atom/"/><updated>2009-07-30T09:48:46Z</updated><id>http://bundblog.derbund.ch/</id><subtitle>Beobachtungen aus dem Berner Kulturleben.</subtitle><generator>http://www.kaywa.com/?v=1.0</generator><rights>Copyright by KAYWA AG - Services for the mobile Internet</rights><entry><title>Einstellung des &#xAB;Bund&#xBB;-Blog</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/leserbriefe/einstellung-des-bund-blog.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/leserbriefe/einstellung-des-bund-blog.html</id><published>2009-07-30T09:48:46Z</published><updated>2009-07-30T09:48:46Z</updated><summary>Liebe Leserin, lieber Leser,

Das &#xAB;Bund&#xBB;-Blog wird per 31. Juli eingestellt. Wir danken f&#xFC;r Ihr...</summary><author><name>Redaktion &#xAB;Der Bund&#xBB;</name></author><contributor><name>Redaktion &#xAB;Der Bund&#xBB;</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">Liebe Leserin, lieber Leser,<br xmlns=""/>
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Das &#xAB;Bund&#xBB;-Blog wird per 31. Juli eingestellt. Wir danken f&#xFC;r Ihr Verst&#xE4;ndnis.<br xmlns=""/>
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Die &#xAB;Bund&#xBB;-Online-Redaktion</div></content></entry><entry><title>Trittbrettfahrer im Sommerloch</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/leserbriefe/trittbrettfahrer-im-sommerloch.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/leserbriefe/trittbrettfahrer-im-sommerloch.html</id><published>2009-07-24T07:53:30Z</published><updated>2009-07-24T07:53:30Z</updated><summary>Da sich das Weltgeschehen weder nach Zeitungsumf&#xE4;ngen noch nach Sendezeiten richtet, stehen Medien jeden Sommer vor der...</summary><author><name>Nick L&#xFC;thi</name></author><contributor><name>Nick L&#xFC;thi</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><b xmlns="">Da sich das Weltgeschehen</b> weder nach Zeitungsumf&#xE4;ngen noch nach Sendezeiten richtet, stehen Medien jeden Sommer vor der bangen Frage:<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Wie &#xFC;berstehen wir</b> die nachrichtenarme Zeit, auch bekannt als Sommerloch oder Saure-Gurken-Zeit? Die radikalste Antwort kennen manche Pendlerzeitungen und Fachmedien. Sie stellen den Betrieb w&#xE4;hrend ein paar Wochen gleich ganz ein und tun damit das, was ihr Publikum auch tut: Sie machen Ferien.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Doch alle anderen,</b> Tageszeitungen, Radio und Fernsehen, m&#xFC;ssen weiterhin ihre Seiten und Sendeminuten f&#xFC;llen. Zum Beispiel mit Sommerserien &#x2013; ein beliebtes Mittel, sich von der Abh&#xE4;ngigkeit von aktuellen Ereignissen zu l&#xF6;sen. Die einzelnen Beitr&#xE4;ge der Artikelfolge lassen sich zudem praktisch im Voraus realisieren, sodass der Autor zum Zeitpunkt des Erscheinens seine verdienten Ferien geniessen kann.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Wer &#xFC;ber die entsprechenden</b> Ressourcen verf&#xFC;gt, was bei den geb&#xFC;hrenfinanzierten Programmen der SRG bekanntlich der Fall ist, &#xFC;berbr&#xFC;ckt das Sommerloch mit eigenen Inszenierungen. So setzt das Schweizer Fernsehen seit ein paar Jahren auf diese Methode.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Fernab von jedem Aktualit&#xE4;tsbezug</b> schafft die Regionalnachrichtensendung &#xAB;Schweiz aktuell&#xBB; ein k&#xFC;nstliches Ereignis. In diesem Jahr l&#xE4;sst man den Zweiten Weltkrieg aufleben und schickt dazu ein paar M&#xE4;nner in den Bunker und die Frauen und Kinder in die Anbauschlacht. In fr&#xFC;heren Jahren war es das Leben zur Gotthelf- oder Pfahlbauerzeit, das Laiendarsteller im Auftrag des Schweizer Fernsehens nachspielten.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Als sinnvollen Beitrag</b> zur Geschichtsschreibung darf man solche &#xAB;Living History&#xBB;-Inszenierungen nicht verstehen. Historiker halten das R&#xE9;duit-Theater, das am kommenden Montag auf SF anl&#xE4;uft, denn auch f&#xFC;r &#xAB;zynisch&#xBB; und &#xAB;absurd&#xBB; (Jakob Tanner und Jean-Fran&#xE7;ois Bergier in der &#xAB;NZZ am Sonntag&#xBB;). Es geht hier also im besten Fall um ein Unterhaltungsprogramm im Sommerloch.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Was aber machen Medien,</b> die sich einen solchen Aufwand nicht zu leisten und keine Weltkriegsfestung zu bespielen verm&#xF6;gen? Sie w&#xE4;hlen die billigste Sommerloch-&#xDC;berbr&#xFC;ckung. Und die heisst Trittbrettfahren. Aufgrund der vergleichsweise d&#xFC;rren Nachrichtenlage, aber auch mangels eigener Einf&#xE4;lle beschreitet man den vom Fernsehen ausgelegten Teppich und schneidet sich auch eine Tranche der &#xAB;Alpenfestung&#xBB; ab.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Noch bevor die Sendung</b> &#xFC;berhaupt ausgestrahlt wurde, haben Medien von A wie &#xAB;Aargauer Zeitung&#xBB; bis Z wie &#xAB;Z&#xFC;richsee-Zeitung&#xBB; bereits in weit mehr als hundert Artikeln die Unterhaltungsshow zum Thema gemacht.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Besonderen Eifer</b> entwickelten die Redaktionen im Fall des designierten Bunker-Kommandanten. Sie berichteten ausf&#xFC;hrlich &#xFC;ber den Mann, der sonst vermutlich nur in den Randspalten eines Lokalblatts erw&#xE4;hnt worden w&#xE4;re, weil er Gelder eines Hornusservereins veruntreut und eine Unterschrift gef&#xE4;lscht haben soll. Aber ist das in dem Mass wirklich von &#xF6;ffentlichem Interesse?<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Und:</b> Muss der Mann im Zusammenhang mit seinem Vorleben gleich mit vollem Namen genannt werden, nur weil das Schweizer Fernsehen seine Personalien als Laiendarsteller in spe ver&#xF6;ffentlicht hatte? Wenn das nur Ausrutscher auf der sommerlichen Trittbrettfahrt w&#xE4;ren, man k&#xF6;nnte noch halbwegs dar&#xFC;ber hinwegsehen.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Doch leider</b> dauert das Sommerloch auf manchen Redaktionen das ganze Jahr.<br xmlns=""/>
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<i xmlns="">[i] Nick L&#xFC;thi ist Chefredaktor des Medienmagazins &#xAB;Klartext&#xBB;.</i></div></content></entry><entry><title>Anschlag auf die alte Herrlichkeit</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/zur-lage-der-welt/anschlag-auf-die-alte-herrlichkeit.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/zur-lage-der-welt/anschlag-auf-die-alte-herrlichkeit.html</id><published>2009-07-17T08:30:35Z</published><updated>2009-07-17T08:30:35Z</updated><summary>Von Mathias Ninck

&#xAB;Ich habe k&#xFC;rzlich eine Freundin gefragt, was Frauen an M&#xE4;nnern sch&#xE4;tzen. Antwort:...</summary><author><name>Redaktion &#xAB;Der Bund&#xBB;</name></author><contributor><name>Redaktion &#xAB;Der Bund&#xBB;</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><i xmlns="">Von Mathias Ninck</i><br xmlns=""/>
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<b xmlns="">&#xAB;Ich habe k&#xFC;rzlich eine Freundin gefragt,</b> was Frauen an M&#xE4;nnern sch&#xE4;tzen. Antwort: Macht, Geld, Prestige. Es ist eine brutale Welt, in der wir leben.&#xBB;<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Das hat Roger K&#xF6;ppel geschrieben,</b> vor genau drei Jahren. Er war damals Chefredaktor der deutschen Zeitung &#xAB;Die Welt&#xBB;, lebte in Berlin, allein. Es klang ein wenig traurig. Heute schreibt er in der &#xAB;Weltwoche&#xBB;: &#xAB;Auf V&#xE4;ter k&#xF6;nnen wir verzichten. M&#xFC;tter sind unersetzlich.&#xBB; Richtig fr&#xF6;hlich klingt auch das nicht, es hat etwas &#xDC;berspanntes, genau genommen ist der Satz ja einfach t&#xF6;richt.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Ist es also ein Jux?</b> Einfach noch so ein Ding, mit dem das Blatt beweisen will, dass es aus der Zeit gefallen ist? &#xAB;Nein&#xBB;, sagt Roger K&#xF6;ppel am Telefon: &#xAB;Es ist mir ernst. Die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist nicht delegierbar. Emotionale Vertrautheit geht nur mit der Mutter.&#xBB;<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Na gut, dann nehmen wir es halt ernst.</b> Wenn einer im ideologischen Minenfeld von Familie und Kindererziehung erste Duftmarken setzt, hat das h&#xE4;ufig einen realen Hintergrund. Roger K&#xF6;ppel hat Mitte M&#xE4;rz eine zehn Jahre j&#xFC;ngere Frau geheiratet, Bich-Tien Ton, aufgewachsen in der Schweiz, Tochter vietnamesischer Fl&#xFC;chtlinge: eine kluge, h&#xFC;bsche Frau, die an der Universit&#xE4;t St. Gallen studiert hat und bei der UBS arbeitet. Sie hat gerade den Mutterschaftsurlaub angetreten, das W&#xFC;rmlein wird bald kommen. K&#xF6;ppel steht also die Vaterwerdung bevor. Nat&#xFC;rlich ist er in Gefahr.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Denn es herrscht Wirtschaftskrieg,</b> und er, der General, &#xAB;muss auf der Kommandobr&#xFC;cke stehen&#xBB;, und das braucht seine ganze Aufmerksamkeit. Ein Kind? Was f&#xFC;r eine Zumutung. Also beruft sich Roger K&#xF6;ppel &#x2013; mit biologistischem Vokabular &#x2013; erst mal auf das seit dreihundert Jahren existierende Dogma der v&#xE4;terlichen Distanz, auf die quasi naturgegebene Familienstruktur, in welcher der Vater das Exil in die Berufswelt antritt und die Mutter da ist f&#xFC;r die &#xAB;Vermittlung von Liebe, Selbstvertrauen und Geborgenheit&#xBB;. Als Beleg f&#xFC;r die Richtigkeit seiner These nimmt K&#xF6;ppel die eigene Erfahrung: &#xAB;Die Abwesenheit des Vater war mir meistens gleichg&#xFC;ltig.&#xBB;<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Er blendet dabei grossz&#xFC;gig aus,</b> dass verschwundene V&#xE4;ter in verwandelter Form wieder auftauchen, auch bei ihm. Sein Leben ist gut best&#xFC;ckt mit Ersatzv&#xE4;tern: Ex-&#xAB;Blick&#xBB;-Chefredaktor Peter Uebersax, Unternehmer Bruno Franzen, Financier Tito Tettamanti. Ihr Verh&#xE4;ltnis zu K&#xF6;ppel ist eng, vater&#xE4;hnlich. Sie helfen ihm, muntern ihn auf.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Mit seinen saloppen Spr&#xFC;chen</b> signalisiert Roger K&#xF6;ppel, dass er sich in der Familie auf die Rolle des Verwaltungsrates zur&#xFC;ckziehen will. Er wirkt dabei aber recht defensiv, gerade so, als sei Vaterschaft ein Anschlag auf die alte Herrlichkeit.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Die Nostalgie ist irgendwie verst&#xE4;ndlich,</b> schliesslich ist die alte Herrlichkeit l&#xE4;ngst dahin. Die V&#xE4;ter und M&#xFC;tter haben sich ver&#xE4;ndert. Sie sind Menschen geworden. Die Patriarchen und die Popanzen liegen weit abgeschlagen, heute ist der Vater nichts Besonderes mehr (und folglich m&#xFC;ssen die M&#xFC;tter nicht mehr t&#xE4;glich die Macht ihres Mannes angreifen, unter der sie fr&#xFC;her so litten). Die Distanz zwischen Kindern und ihren V&#xE4;tern ist kleiner geworden, das Leben dadurch un&#xFC;bersichtlicher, anstrengender, vielleicht erf&#xFC;llter. Wer weiss.</div></content></entry><entry><title>Babysitter f&#xFC;r m&#xFC;ndige B&#xFC;rger</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/in-den-medien/babysitter-fuer-muendige-buerger.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/in-den-medien/babysitter-fuer-muendige-buerger.html</id><published>2009-07-13T10:13:12Z</published><updated>2009-07-13T10:13:12Z</updated><summary>Es gibt Artikel, die verpuffen, und solche, die Aufsehen erregen.

Zur zweiten Kategorie geh&#xF6;rt ein Leitartikel, den ich...</summary><author><name>Artur Vogel</name></author><contributor><name>Artur Vogel</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><b xmlns="">Es gibt Artikel,</b> die verpuffen, und solche, die Aufsehen erregen.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Zur zweiten Kategorie</b> geh&#xF6;rt ein Leitartikel, den ich vor zehn Tagen publizierte. Ich hatte ihn am Rauchverbot in Berner Restaurants aufgez&#xE4;umt, das soeben in Kraft getreten war, aber darum ging es nicht. Vielmehr thematisierte ich die problematische Abgrenzung von staatlichem Regulierungsdrang und pers&#xF6;nlicher Entscheidungsfreiheit.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Viele lasen den Text</b> jedoch als Attacke auf das Beizen-Rauchverbot &#x2013; was ganz offensichtlich ein emotionalisiertes Thema ist &#x2013; und warfen mir vor, ein Lakai der Nikotinindustrie zu sein und mich um das Los der Nichtraucher zu foutieren.<br xmlns=""/>
Ein Kollege schrieb gar, Journalisten gingen salopp mit dem Verbot um, da sie selber von allerlei S&#xFC;chten geplagt seien.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Deshalb dieser Einschub:</b> Als Nichtraucher bin ich froh, im Restaurant speisen zu k&#xF6;nnen, ohne dass mir Rauchschwanden ums Gesicht wabern, und aus dem Zug zu steigen, ohne dass die Kleider nach Nikotin stinken.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Dass Kollegen</b> auf der Redaktion nicht mehr paffen d&#xFC;rfen, nur noch auf dem Trottoir und der Dachterrasse, ist f&#xFC;r die nichtrauchende Mehrheit ein Segen.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Mir ist es mit grosser M&#xFC;he</b> und nach mehreren R&#xFC;ckf&#xE4;llen vor nunmehr achteinhalb Jahren gelungen, eine jahrzehntelange Raucherkarriere zu beenden; ich f&#xFC;hle mich hundertmal wohler und fitter und w&#xFC;rde jeder Raucherin und jedem Raucher empfehlen, dasselbe zu versuchen. &#x2013; Voil&#xE0;.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Aber wie gesagt,</b> darum ging es nicht. Worum es ging, illustrierte die Sonntagspresse einen Tag sp&#xE4;ter eindr&#xFC;cklich: Mehrere Bl&#xE4;tter berichteten, das Eidgen&#xF6;ssische Justiz- und Polizeidepartement bereite eine Vorlage vor, mit der das Kinderh&#xFC;ten in der Schweiz reglementiert werden solle.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Der Staat also nicht,</b> wie ich geschrieben hatte, als Kinderg&#xE4;rtnerin, sondern als Babysitter.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Hier deshalb noch einmal</b> die schon vor zehn Tagen gestellte Frage: Wo ist die Grenze zwischen sinnvoller Reglementierung und inakzeptabler Bevormundung?<br xmlns=""/>
Es ist eine staatpolitische Frage.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Die Demokratie lebt</b> vom Prinzip, dass jede m&#xFC;ndige B&#xFC;rgerin und jeder m&#xFC;ndige B&#xFC;rger f&#xE4;hig ist zu entscheiden, von wem sie in Exekutiven und Legislativen am besten vertreten wird. Und dass jede m&#xFC;ndige B&#xFC;rgerin und jeder m&#xFC;ndige B&#xFC;rger in der Lage ist, bei Staatsgesch&#xE4;ften mitzubestimmen: Wollt Ihr die Invalidenversicherung sanieren? Akzeptiert Ihr die Personenfreiz&#xFC;gigkeit mit der EU? Wollt Ihr das Beschwerderecht der Verb&#xE4;nde einschr&#xE4;nken? Und so weiter.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Bei schwierigen Personalentscheiden</b> und komplexen politischen Fragen h&#xE4;lt uns die Demokratie also f&#xFC;r kompetent, Entscheide zu treffen und dadurch die T&#xE4;tigkeit des Staates mitzubestimmen.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Anderseits sprechen uns dieselben</b> staatlichen Organe, die wir gew&#xE4;hlt haben und die von unseren Steuergeldern leben, beispielsweise die Kompetenz ab, dar&#xFC;ber zu bestimmen, wer unsere Kinder h&#xFC;ten darf.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Deshalb nochmals</b> die Frage: Wollen wir uns wirklich den letzten Rest von Eigenverantwortung nehmen lassen und unserer eigenen Entm&#xFC;ndigung zustimmen?</div></content></entry><entry><title>&#xAB;Man&#xBB; macht sich n&#xFC;tzlich</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/sprachhaeppchen/man-macht-sich-nuetzlich-1.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/sprachhaeppchen/man-macht-sich-nuetzlich-1.html</id><published>2009-07-11T05:32:57Z</published><updated>2009-07-11T05:32:57Z</updated><summary>&#xAB;Vonseiten der Polizei sei leer geschluckt worden.&#xBB; - &#xAB;Leer schlucken&#xBB; eignet sich besonders schlecht...</summary><author><name>Daniel Goldstein</name></author><contributor><name>Daniel Goldstein</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><b xmlns="">&#xAB;Vonseiten der Polizei</b> sei leer geschluckt worden.&#xBB; - &#xAB;Leer schlucken&#xBB; eignet sich besonders schlecht f&#xFC;r die passive Form, und geschehen ist es nicht &#xAB;vonseiten&#xBB;, sondern bei der Polizei. Also: &#xAB;Bei der Polizei habe man leer geschluckt.&#xBB;<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">&#xAB;Dank dem integrierten Bahnhof</b> muss nicht mehr eine Strasse &#xFC;berquert werden, um vom Zug auf den Bus umzusteigen.&#xBB; - Hier kann man mit &#xAB;man&#xBB; gleich zwei Fliegen erschlagen: die Passivform und den unsauberen Bezug von &#xAB;um&#xBB; (aufs beim Passiv nicht genannte Subjekt). Also: &#xAB;... muss man keine Strasse mehr &#xFC;berqueren, ...&#xBB;<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">&#xAB;Als Aussenstehender ist kaum erkennbar,</b> wof&#xFC;r die 51 Millionen Franken aufgewendet wurden.&#xBB; - Richtig: &#xAB;Ein Aussenstehender kann kaum erkennen, ...&#xBB; oder &#xAB;F&#xFC;r einen Aussenstehenden ist kaum erkennbar, ...&#xBB; oder eben &#xAB;Als Aussenstehender erkennt man kaum, ...&#xBB; Der Bezug im urspr&#xFC;nglichen Satz ist nicht nur unsauber, sondern falsch. Nach &#xAB;Als Aussenstehender ist kaum erkennbar, ...&#xBB; k&#xF6;nnte zum Beispiel stehen: &#xAB;...wer so geschliffen schreibt&#xBB;.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">&#xAB;Aus diesem Grund</b> k&#xFC;hlten sie die K&#xE4;sten auf 13 Grad Celsius ab.&#xBB; Wer &#xAB;sie&#xBB; sind, wurde zuvor nicht explizit gesagt. Diese umgangssprachliche Wendung h&#xE4;uft sich in letzter Zeit, nicht nur im &#xAB;Bund&#xBB;. Ich finde, gedruckt sollte man f&#xFC;r solche F&#xE4;lle bei &#xAB;man&#xBB; bleiben. Nebenbei: &#xAB;Celsius&#xBB; ist hier eine &#xFC;berfl&#xFC;ssige Pr&#xE4;zisierung; es werden wohl nicht Grad R&#xE9;aumur, Fahrenheit oder gar Kelvin sein.</div></content></entry><entry><title>Google und Wikipedia sind Trumpf</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/medienwelt/google-und-wikipedia-sind-trumpf.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/medienwelt/google-und-wikipedia-sind-trumpf.html</id><published>2009-07-10T07:35:36Z</published><updated>2009-07-10T07:35:36Z</updated><summary>Es ist eines der bestgeh&#xFC;teten Geheimnisse im Internet. Nach welchen Kriterien die allm&#xE4;chtige Suchmaschine Google...</summary><author><name>Nick L&#xFC;thi</name></author><contributor><name>Nick L&#xFC;thi</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">Es ist eines der bestgeh&#xFC;teten Geheimnisse im Internet. Nach welchen Kriterien die allm&#xE4;chtige Suchmaschine Google ihre Treffer anzeigt, unterliegt einem patentierten Rechensatz. Nur in Grundz&#xFC;gen ist bekannt, weshalb welche Webseiten mit einer bestimmten Prominenz an die Oberfl&#xE4;che gesp&#xFC;lt werden.<br xmlns=""/>
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Unverst&#xE4;ndliches, Verborgenes und Geheimgehaltenes provoziert den Journalistengeist. Doch in diesem Fall bringt die beste Recherche nichts. Ein Weltkonzern gibt sein Erfolgsgeheimnis nicht einfach so preis. Damit bleibt nur eines: C&#x2019;est &#xE0; prendre ou &#xE0; laisser. Und die Journalisten entscheiden sich f&#xFC;rs Nehmen und nicht f&#xFC;rs Lassen.<br xmlns=""/>
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Wie die Ergebnisse einer neuen Studie der Z&#xFC;rcher Hochschule in Winterthur zeigen, nutzen 99,8 Prozent aller Schweizer Journalisten Google f&#xFC;r ihre Arbeit. Das Problem aus Sicht der Forscher: &#xAB;Was Google nicht findet, gelangt sehr schwer in die journalistische Themenfindung oder Recherche.&#xBB; Und Google findet bei Weitem nicht alles. Denn &#x2013; zum Gl&#xFC;ck &#x2013; gibt es noch Bereiche ausserhalb der Googlesph&#xE4;re im Netz. So verhindert nahezu jede vierte Webseite aktiv, dass sie komplett oder in Teilen von Suchmaschinen indexiert wird.<br xmlns=""/>
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Bei der grossen Beliebtheit von Google als &#xAB;Rechercheinstrument&#xBB; erstaunt es nicht weiter, wenn auch Wikipedia &#xE4;hnlich hohe Sympathiewerte unter Medienschaffenden geniesst. Denn wer einen Begriff googelt, st&#xF6;sst in vielen F&#xE4;llen als Erstes auf die Artikel aus der Mitmach-Enzyklop&#xE4;die. Selbst gestandene Berufsleute k&#xF6;nnen der Versuchung nicht immer widerstehen. So macht sich zum Beispiel der Musikkritiker vor dem Konzertbesuch noch schnell in der Wikipedia zur Biografie des K&#xFC;nstlers schlau. Das mag im Einzelfall sogar vern&#xFC;nftig sein, nicht nur arbeits&#xF6;konomisch f&#xFC;r den Journalisten, sondern auch f&#xFC;r die Leser, die m&#xF6;glicherweise eine fundiertere Kritik lesen, weil sie mit wichtigen Fakten unterlegt wurde.<br xmlns=""/>
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Im Grossen und Ganzen muss der Befund dieser Befragung aber Anlass zur Sorge geben. Wenn ein einziges Instrument und eine einzige Quelle dermassen stark den Journalismus pr&#xE4;gen, verengt das den Blick auf die Welt. Denn bei Google und Wikipedia sind die Ergebnisse vorgeformt. Nun ist es nicht so, dass es an Alternativen mangeln w&#xFC;rde. Und zwar nicht einfach eine andere Suchmaschine oder ein weiteres Online-Lexikon. Sondern grundlegend andere Formen der Wissensvermittlung im Internet.<br xmlns=""/>
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Das leisten Blogs oder Twitter oder handverlesene, &#xF6;ffentliche Linksammlungen &#xE0; la Delicious. Doch davon wollen Journalisten nichts wissen. Solchen Angeboten mangle es an Glaubw&#xFC;rdigkeit, findet eine &#xFC;berwiegende Mehrheit jener 600 Berufsleute, die an der Befragung teilgenommen haben. Die Begr&#xFC;ndung &#xFC;berrascht, zumal die gleichen Leute Wikipedia f&#xFC;r eine sehr glaubw&#xFC;rdige Quelle halten. Unz&#xE4;hlige Blogs abzuklopfen auf verwertbare Informationen ist alleweil aufwendiger, als einen Begriff in den Google-Schlitz einzutippen. Denn dort kommt immer etwas raus.<br xmlns=""/>
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<i xmlns="">[i] Nick L&#xFC;thi ist Chefredaktor des Medienmagazins &#xAB;Klartext&#xBB;.</i></div></content></entry><entry><title>Atomare Abenteurer</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/zur-lage-der-welt/atomare-abenteurer.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/zur-lage-der-welt/atomare-abenteurer.html</id><published>2009-07-06T18:15:09Z</published><updated>2009-07-06T18:15:09Z</updated><summary>Und wieder geistert die Drohung durch die Welt: Man k&#xF6;nne Israel nicht daran hindern, Iran anzugreifen, um dessen...</summary><author><name>Artur Vogel</name></author><contributor><name>Artur Vogel</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><b xmlns="">Und wieder geistert die Drohung</b> durch die Welt: Man k&#xF6;nne Israel nicht daran hindern, Iran anzugreifen, um dessen atomares Potenzial zu zerst&#xF6;ren, sagte US-Vizepr&#xE4;sident Joseph Biden vorgestern in einem TV-Interview.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Kommentatoren deuteten</b> diesen Satz flugs als Indiz f&#xFC;r eine Abkehr Pr&#xE4;sident Barack Obamas von der bisherigen Verhandlungsdiplomatie mit dem Mullah-Regime. Obama selber bezeichnete gestern in Moskau die atomare Abr&#xFC;stung als vordringliches politisches Ziel.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Die Frage stellt sich,</b> wie gef&#xE4;hrlich die Atomwaffe in iranischem Besitz &#xFC;berhaupt w&#xE4;re. Wer die Gedenkst&#xE4;tte in Hiroshima besucht, bekommt zwar die grauenhafte Situation einer Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner nach einem atomaren Schlag anschaulich vor Augen gef&#xFC;hrt. Und heutige Bomben &#xFC;bertreffen jene kruden amerikanischen Todbringer vom Ende des Zweiten Weltkriegs in ihrer Zerst&#xF6;rungskraft um ein Vielfaches.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Jedoch hat uns der Kalte Krieg</b> gelehrt, dass Atomwaffen eine andere Funktion haben als der ganze Rest des Kriegsger&#xE4;ts, dessen Entwicklung die Menschheit akribisch vorantreibt. &#xAB;Smarte&#xAB; Bomben, Cruise Missiles, Stealth-Bomber und Streumunition werden gebaut, um irgendwann irgendwo gegen irgendwen eingesetzt zu werden.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Nicht so Atombomben.</b> Sie waren, mindestens im Zeitalter der ost-westlichen Rivalit&#xE4;t, ein reines Mittel der Abschreckung: In Washington wie Moskau, Paris wie in Peking oder London herrschte Einigkeit, dass ein atomarer Angreifer fast zwangsl&#xE4;ufig die Zerst&#xF6;rung des eigenen Landes provoziert h&#xE4;tte.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Es besteht allerdings keine Gew&#xE4;hr,</b> dass sich diese Erfahrung in jedem Fall best&#xE4;tigen wird. Sogar die einstigen Grossm&#xE4;chte haben sich mehrmals an den Rand eines atomaren Konflikts man&#xF6;vriert.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Die gr&#xF6;sste nicht-deklarierte Atommacht,</b> Israel, hat sich Syrien und andere Nachbarn erfolgreich vom Leibe gehalten, aber politische Spinner haben auch schon &#xF6;ffentlich nach Atomangriffen gerufen, etwa gegen Irak, als dort Saddam Hussein herrschte.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Nicht auszudenken w&#xE4;ren die Konsequenzen,</b> wenn Verr&#xFC;ckte wie Moamar al-Ghaddafi in den Besitz der Bombe gelangten. Eher beunruhigend w&#xE4;re auch eine Atombombe in nordkoreanischem Besitz. Und Grund zu dringender Besorgnis best&#xFC;nde, wenn der Atomstaat Pakistan auseinander br&#xE4;che und islamistische Fanatiker die Hand an den Dr&#xFC;cker legen k&#xF6;nnten.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Dass Leute wie Mahmud Ahmadinejad,</b> so fanatisch ihre Rhetorik klingen mag, in der gleichen Liga wie die Taliban oder al-Kaida spielen, darf bezweifelt werden. Sein 70-Millionen-Volk dem Risiko der atomaren Annihilation auszusetzen, kommt wohl auch dem Scharfmacher von Teheran kaum in den Sinn.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Hingegen ist durchaus erschreckend,</b> dass die Hemmschwelle f&#xFC;r den Erwerb und die stolze Zurschaustellung von Atomwaffen gesunken ist; Indien und Pakistan haben sich um die Weltmeinung foutiert, Nordkorea und Iran foutieren sich ebenfalls.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Wenn sie sich in atomare Abenteuer</b> st&#xFC;rzen k&#xF6;nnen, ohne dass man sie international &#xE4;chtet und notfalls zur atomaren Abstinenz zwingt, dann werden auch andere M&#xF6;chtegernm&#xE4;chte den Erwerb dieser Waffe &#xFC;berlegen. Die Sicherheit w&#xE4;re dann nachhaltig und weltweit gef&#xE4;hrdet.</div></content></entry><entry><title>Antizyklischer Tourist</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/zur-lage-der-welt/antizyklischer-tourist.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/zur-lage-der-welt/antizyklischer-tourist.html</id><published>2009-06-29T18:26:43Z</published><updated>2009-06-29T18:26:43Z</updated><summary>Wenn am Gotthard-Nordportal die Verstopfung beginnt, deutet das darauf hin, dass die Ferienzeit anbricht und sich der...</summary><author><name>Artur Vogel</name></author><contributor><name>Artur Vogel</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><b xmlns="">Wenn am Gotthard-Nordportal</b> die Verstopfung beginnt, deutet das darauf hin, dass die Ferienzeit anbricht und sich der arbeitst&#xE4;tige Mensch f&#xFC;r ein paar kostbare Wochen in einen Touristen verwandelt.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">In diesen Wochen</b> darf nichts schiefgehen, und deshalb ist der Mensch heikel in der Wahl seiner Ferienziele: Sri Lanka d&#xFC;rfte f&#xFC;r einige Zeit aus dem Rennen fallen, nachdem die Armee die Tamil Tigers in einem blutigen Kampf in die Knie gezwungen hat.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">In &#xC4;gypten fielen</b> nach islamistischen Attentaten schon ganze Saisons ins Wasser, und momentan ist Mexiko wegen der Schweinegrippe als Reiseland ebenso tabu wie einst Hongkong wegen Sars und weite Gebiete Asiens wegen der Vogelgrippe.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Sars, Vogel- und Schweinegrippe</b> haben gemein, dass sie &#x2013; &#xE4;hnlich wie einst Waldsterben oder Rinderwahnsinn &#x2013; vor allem ein Medienph&#xE4;nomen sind. Doch schwappen sie direkt ins reale Leben &#xFC;ber, wie die Finanzkrise in die reale Wirtschaft &#xFC;bergeschwappt ist.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Denn weil der Tourist</b> empfindlich ist bei der Wahl seiner Destination, bleibt er weg, sobald er Gefahr wittert. Das Nachsehen haben Hoteliers, Reiseb&#xFC;ros, Transportunternehmen und andere im Tourismus T&#xE4;tige.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Zwar ist das Risiko</b> nicht zum Vorneherein ein Verkaufshindernis. Viele gelangweilte B&#xFC;romenschen bringen im Urlaub ihren sonst flauen Adrenalinspiegel mit Tiefseetauchen, Bungee Jumping oder River Rafting in Wallung. Sie blochen auf Motorr&#xE4;dern &#xFC;ber viel befahrene Autostradas, verzichten im intimen Umgang mit Einheimischen auf den &#xAB;Gummi drum&#xBB;, tummeln sich im lawinentr&#xE4;chtigen Tiefschnee oder rennen in Turnschuhen auf den Kilimandscharo.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Der Nervenkitzel,</b> den man sich selbst erschaffen hat, geh&#xF6;rt also zur Gundausstattung eines Urlaubs. Doch das Risiko, das einem aufgedr&#xE4;ngt wird &#x2013; und sei es auch nur ein vermeintliches &#x2013; wird auf der Negativseite verbucht.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Der Tourist will</b> sein im Arbeitsalltag eingestauchtes Ego mit ein paar Heldentaten aufm&#xF6;beln. Dazu geeignet allerdings sind nur jene L&#xE4;nder, die sich darauf beschr&#xE4;nken, als Kulisse f&#xFC;r die Inszenierung zu dienen. wohingegen andere, die ihre internen Probleme vor dem Touristen ausbreiten, von diesem gemieden werden.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Das Risiko</b> akzeptiert der Tourist nur, wenn er es selber geschaffen hat. Ansonsten sollen die Ferien so risikofrei, bequem und sicher sein, als w&#xE4;re man zu Hause geblieben.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Allerdings ist das Risiko</b> unberechenbar. So dachten die 228 Menschen, die am 1. Juni in Rio de Janeiro einen Air-France-Airbus bestiegen, dass sie heil in Paris anlangen w&#xFC;rden, zumal Flugzeuge noch immer zu den sichersten Transportmitteln geh&#xF6;ren.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Umgekehrt hat es sich bew&#xE4;hrt,</b> tabuisierte Touristenziele anzusteuern, die Golf-Emirate w&#xE4;hrend den Golfkriegen, Israel w&#xE4;hrend der Intifada, Thailand nach dem Tsunami. Wenn die Touristenmassen ausbleiben, pr&#xE4;sentieren sich L&#xE4;nder und Leute von ihrer besseren Seite; die Menschen haben Musse, der Tourist f&#xFC;hlt sich nicht als Mitglied einer Herde oder Horde.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Ferienreisen und Wirtschaftskrise</b> haben also eine weitere Gemeinsamkeit: Sie belohnen den, der sich antizyklisch verh&#xE4;lt. Daheimbleiben ist jedenfalls keine Alternative: Am meisten Menschen sterben bekanntlich im Bett.</div></content></entry><entry><title>In Medias Res: Gef&#xE4;hrliches Geben und Nehmen</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/leserbriefe/in-medias-res-gefaehrliches-geben-und-nehmen.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/leserbriefe/in-medias-res-gefaehrliches-geben-und-nehmen.html</id><published>2009-06-26T06:41:31Z</published><updated>2009-06-26T06:41:31Z</updated><summary>Sie nennen es &#xAB;gute Rahmenbedingungen&#xBB;, meinen aber in erster Linie Geld vom Staat. Wenn es darum geht,...</summary><author><name>Nick L&#xFC;thi</name></author><contributor><name>Nick L&#xFC;thi</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><b xmlns="">Sie nennen es &#xAB;gute Rahmenbedingungen&#xBB;,</b> meinen aber in erster Linie Geld vom Staat. Wenn es darum geht, &#xF6;ffentliche Mittel zu kassieren, hatten Schweizer Zeitungsverleger noch nie Hemmungen. Egal, ob bar auf die Hand oder indirekt durch Verg&#xFC;nstigungen &#x2013; man nimmt, was kommt. Und murrt dann, wenn der Staat die Spielregeln durchsetzt, die er als Bedingung f&#xFC;r die Mittelvergabe aufgestellt hat.<br xmlns=""/>
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Nun machen sie wieder die hohle Hand: In einem unl&#xE4;ngst ver&#xF6;ffentlichten &#xAB;Medienpolitischen Manifest&#xBB; fordert der Branchenverband der Verleger einen Ausbau der indirekten Pressef&#xF6;rderung mittels erm&#xE4;ssigter Posttarife sowie eine Befreiung von der Mehrwertsteuer. Davon erhofft sich die Verlagsbranche eine Entlastung um bis zu 600 Millionen Franken pro Jahr. Geld, so meinen die Herren Verleger, das ihnen quasi zustehe, weil der Staat die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren um den entsprechenden Betrag verschlechtert habe.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Angesichts</b> der nach wie vor unabsehbaren Folgen der Wirtschaftskrise scheint diese Forderung durchaus berechtigt. Weshalb sollte der Staat, der mit viel gr&#xF6;sseren Betr&#xE4;gen eine Bank als St&#xFC;tze der Volkswirtschaft am Leben erh&#xE4;lt, nicht auch die f&#xFC;r eine funktionierende Demokratie unverzichtbaren Medien unterst&#xFC;tzen? Zumal kein Franken direkt fl&#xF6;sse, sondern die Medienunternehmen lediglich um gewisse Ausgaben entlastet w&#xFC;rden.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Um Geld</b> geht es hier aber nur an zweiter Stelle. Im Zentrum steht die Frage nach der Medienordnung in der Schweiz. Mit ihrem Manifest versuchen die Verleger, der Politik zuvorzukommen, die sich intensiver als auch schon mit der Befindlichkeit der Medienbranche befasst. Andreas Gross zum Beispiel, SP-Nationalrat und Medienpolitiker, k&#xF6;nnte sich &#xAB;im gesellschaftlichen Interesse&#xBB; eine subventionierte Presse durchaus vorstellen. Davon aber wollen die Verleger nichts wissen. Denn ihnen ist klar: Geld vom Staat gibt es nicht ohne Gegenleistung. Selbst &#xAB;gute Rahmenbedingungen&#xBB;, wie sie sich die Verleger w&#xFC;nschen, sind nicht gratis zu haben. Die Politik sei ja nicht bl&#xF6;d, meinte dazu Verbandspr&#xE4;sident Hanspeter Lebrument vor einem Monat in der &#xAB;Basler Zeitung&#xBB;: &#xAB;Es werden deshalb sicher keine besseren Rahmenbedingungen f&#xFC;r die Presse geschaffen, die nicht auch Einschr&#xE4;nkungen enthalten.&#xBB; Es ist also ein Geben und Nehmen zwischen Presse und Politik. Es sei denn, die Verleger machen nicht l&#xE4;nger die hohle Hand und besinnen sich wieder auf ihre gesellschaftliche Rolle und Verpflichtung, die sie nur unabh&#xE4;ngig von Staat und Politik aus&#xFC;ben k&#xF6;nnen.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Selbst wenn es als Gebot der Stunde erscheinen mag,</b> die ausgezehrten Zeitungen zu unterst&#xFC;tzten, sollte sich der Staat zur&#xFC;ckhalten mit finanzieller Unterst&#xFC;tzung f&#xFC;r die privaten Medienh&#xE4;user. Nicht anders als bei den Banken w&#xFC;rde mit solchen Geldern die verfehlte Gesch&#xE4;ftspolitik der letzten Jahre honoriert. Viele der Unternehmen, die nun dutzendfach Personal entlassen, haben lange Zeit sehr gut gelebt. Wenn nun trotz schwacher Konjunktur die Aktion&#xE4;re und Eigent&#xFC;mer nicht bereit sind, ihre Renditeerwartungen der Realit&#xE4;t anzupassen, dann darf sicher nicht der Staat einspringen, um die masslose Geldgier weiter zu befriedigen.</div></content></entry><entry><title>Halbe Romands</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://bundblog.derbund.ch/zur-lage-der-welt/halbe-romands.html"/><id>http://bundblog.derbund.ch/zur-lage-der-welt/halbe-romands.html</id><published>2009-06-22T17:21:16Z</published><updated>2009-06-22T17:21:16Z</updated><summary>Wer einen Unfallchirurgen, eine Mathematiklehrerin, einen Software-Entwickler oder eine Deutsch-chinesisch-&#xDC;bersetzerin...</summary><author><name>Artur Vogel</name></author><contributor><name>Artur Vogel</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><b xmlns="">Wer einen Unfallchirurgen,</b> eine Mathematiklehrerin, einen Software-Entwickler oder eine Deutsch-chinesisch-&#xDC;bersetzerin sucht, wird ein Anforderungsprofil f&#xFC;r die neue Arbeitskraft erstellen und ein entsprechendes Stelleninserat schalten.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Klar, dass Gyn&#xE4;kologinnen,</b> Altphilologen, Maschinenmechaniker oder &#xDC;bersetzer, die auf Arabisch und Englisch spezialisiert sind, keine Chance haben.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Die prominenteste freie Stelle</b> wird seit Tagen in der Schweizer Presse, und vor allem in jener der Suisse Romande, heftigstens diskutiert. Das Profil daf&#xFC;r m&#xFC;sste, stark abgek&#xFC;rzt, etwa so lauten:<br xmlns=""/>
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<i xmlns="">Die Vereinigte Bundesversammlung sucht ein neues Mitglied des Bundesrats, das vermutlich dem Eidgen&#xF6;ssischen Departement des Innern vorstehen wird. Der Bewerber (es darf auch eine Frau sein) muss seine &#xFC;berdurchschnittlichen F&#xFC;hrungsqualit&#xE4;ten andernorts unter Beweis gestellt haben. Er muss in der Lage sein, zusammen mit seinen Spitzenbeamten hochkomplexe L&#xF6;sungen f&#xFC;r hochkomplexe Problematiken im Bererich des Gesundheitswesen wie auch der Sozialversicherungen zu entwickeln. F&#xFC;r diese muss er im Bundeserat Mehrheiten finden, danach im Parlament, welches seit Jahren durch Interessenvertreter der Pharmaindustrie, der &#xC4;rzteschaft, der Krankenkassen und Versicherungen blockiert wird, und schliesslich oft auch in Volksabstimmungen. Hiezu muss er &#xFC;ber ein ausgepr&#xE4;gtes Durchsetzungsverm&#xF6;gen, gepaart mit diplomatischen, politischen, psychologischen und rhetorischen F&#xE4;higkeiten verf&#xFC;gen. Dem k&#xFC;nftigen Amtsinhaber stehen ein Dienstwagen und bei Bedarf ein Helikopter oder ein Kleinflugzeug zur Verf&#xFC;gung. Die Entl&#xF6;hnung ist im Vergleich zu den geforderten Qualifikationen als stark unterdurchschnittlich zu bewerten. Offerten sind bis bis sp&#xE4;testens 12. September 2009 zu richten an Chiara Simoneschi-Cortesi, Pr&#xE4;sidentin des Nationalrates, 3000 Bern Bundeshaus.</i><br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Die Schweiz sucht also</b> einen Supermann (beziehungsweise eine Superfrau).<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Denn wenn die Entwicklung</b> im gleichen Tempo weitergeht, werden sich Durchschnittsverdiener die Krankenkassenpr&#xE4;mien bald nicht mehr leisten k&#xF6;nnen, und Bund und Kantone das gesamte Gesundheitswesen nicht mehr. Und die Invalidenversicherung rast mit bedrohlichem Tempo Richtung Abgrund, wohin sie auch die AHV mitreissen k&#xF6;nnte.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Theoretisch w&#xE4;re es m&#xF6;glich,</b> dass ein bisheriges Mitglied des Bundesrats dieses Departement &#xFC;bernimmt. Aber praktisch? Die EDA-Chefin war einst schon dem Genfer Finanzdepartement nicht gewachsen. Der Chef des UVEK sollte zur&#xFC;cktreten, ebenso der Finanzminister. Die Wirtschaftsminiserin hat genug Probleme am Hals. Die Justizministerin ist erst seit kurzem im Amt, ebenso der Verteidigungsminister, der erst die &#xAB;beste Armee der Welt&#xBB; erschaffen muss, bevor er das Departement wechseln darf.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Nur der Beste w&#xE4;re gut genug &#x2013; vielleicht.</b> Doch wor&#xFC;ber wird in den Medien und Parteien diskutiert? Dar&#xFC;ber, welcher potenzielle Kandidat ein echter, halbechter oder unechter Romand sei. Ob nicht ein Tessiner aufs Tapet m&#xFC;sste? Ob die Schweiz auseinanderbricht, weil eine Mehrheit der Deutschschweizer sich auch einen der Ihren auf dem begehrten Sitz vorstellen k&#xF6;nnte. Ob die Waadt genug Stimmen mobilisieren kann, um einen Freiburger zu verhindern. Ob die CVP oder der Freisinn oder die SVP ein Recht auf das dank Pascal Couchepins R&#xFC;cktritt freigeworde Amt h&#xE4;tten, und ob die Gr&#xFC;nen wieder mit einer Spasskandidatur aufwarten werden.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Eine Diskussion also,</b> wie man sie sich kleinkarierter und f&#xFC;dlib&#xFC;rgerlicher kaum vorstellen kann, und die, wie so oft in der Geschichte, unweigerlich zu einem helvetischen Kompromiss f&#xFC;hren wird, das heisst zu einem Resultat, bei dem die durchschnittliche Unzufriedenheit gleichm&#xE4;ssig verteilt ist und ein Kandidat (eine Kandidatin) gew&#xE4;hlt wird, der in etwa dem helvetischen politischen Durchschnitt entspricht &#x2013; was im vorliegenden Fall schlicht nicht gen&#xFC;gt.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Ausgerechnet SVP-Pr&#xE4;sident Toni Brunner</b> hat in der Kandidaten-Kakaphonie die bisher kreativste Idee ge&#xE4;ussert: Jean-Pierre Roth, abtretender Vorsitzender des Direktoriums der Nationalbank.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Roth hat in jener heissen Phase,</b> als die UBS zu kollabieren drohte, einen k&#xFC;hlen Kopf bewahrt und gangbare L&#xF6;sungen ausgearbeitet. Und er kann einen Trumpf ausspielen, der sogar bei der welschen Boulevardpresse sticht: Er ist ein waschechter Romand aus dem Aprikosendorf Saxon im Unterwallis, der zwar gut Deutsch spricht, aber nicht so gut, als dass er schon wieder in den Verdacht geriete, ein verkappter Suisse toto zu sein.<br xmlns=""/>
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<b xmlns="">Ob Roth, 63 Jahre alt,</b> sich aufstellen liesse, steht allerdings auf einem andern Blatt. Zumal er nicht den Hauch einer Wahlchance hat. C'est la vie; c'est la Suisse.<br xmlns=""/></div></content></entry></feed>

