Aktuell: Die beiden Blogs Zum Runden Leder & KulturStattBern werden auf eine neue Software umgestellt und sind momentan nicht erreichbar. Die Umstellung werden voraussichtlich heute Mittwochnachmittag abgeschlossen sein. Wir bitten um Verständnis.
Diese Werbung flimmert neu und bis und mit Kalenderwoche 19 in der Bahnhofshalle Bern über die Grossbildschirme (zwischen 9 – 16 Uhr und 19 – 24 Uhr).
Die Werbeaktion wurde von der APG gesponsert.
PS: Die Umfrage zur Nutzung, Zufriedenheit und Zukunft des «Bund» ist beendet. Rund 4'500 Menschen haben daran teilgenommen. Die Ergebnisse folgen in den nächsten Wochen.
Für «Bund»-Redaktorinnen und -Redaktoren war es eine ungewohnte Tätigkeit: Am Samstag warben sie bei Passantinnen und Passanten um eine Unterschrift für die Aktion «Rettet-den-,Bund‘». Keine leichte Aufgabe, denn im Fussgängerstrom beim Käfigturm kämpften auch andere Komitees und Dienstleister um das knappe Gut Aufmerksamkeit.
Bei vielen bedurfte es aber weder besondern Charmes noch raffinierter Überredungskünste: Viele treue «Bund»-Abonnentinnen und -Abonnenten steuerten den Stand von sich aus an. Sie sei extra nach Bern gekommen, sagte eine ältere Dame. Jüngere beteuerten, sie hätten schon online unterschrieben (
www.rettet-den-bund.ch). Interessant waren auch die direkten Gespräche mit der Leserschaft: Da war zu hören, der «Bund» sei besser geworden, oder schlechter, er sei viel zu links, oder aber, er sei nach rechts gerutscht. Meistens unterschrieben die Leute dennoch – was hiermit herzlich verdankt sei. (mdü)

Draussen ein traumhafter Frühlingstag – drinnen in der ehrwürdigen «Bund»-Redaktion wir, zwei Schnupperlinge.
Alia Hansen, 13, aus Zollikon (ZH): «Von der Schule aus erhielten wir drei Tage Zeit, um in unserem Traumberuf schnuppern zu gehen. Ein paar Wochen vorher hatten wir den Auftrag, anhand eines Vortrags unseren Lieblingsberuf vorzustellen. Da ich mich schon seit längerer Zeit für diesen Beruf interessiere, wählte ich Journalistin. Sofort machte ich mich begeistert auf die Suche nach einem Schnupperplatz. Viele Anfragen und enttäuschende Absagen später, sagte mir der «Bund» endlich zu. Ich freute mich riesig und war schon sehr auf diesen Tag gespannt.
Als ich nach einer knappen Zugstunde von Zürich in der «Bund»-Redaktion ankam, nahm mich Herr Stähli freundlich in Empfang und stellte mir den Betrieb vor. Er zeigte mir, wie die Layouts gestaltet werden und wo die verschiedenen Ressorts untergebracht sind. In der Redaktion herrschte ein angenehmes Klima, obwohl die Zeit, um eine so dicke Zeitung wie den «Bund» fertig und korrigiert in die Druckerei zu geben, äusserst knapp ist. Der ganze Tag war eine tolle Erfahrung und ich konnte einen spannenden Einblick in den hektischen Alltag einer Redaktorin gewinnen.»
Céline Graf, 18, aus Bern: «Da ein Praktikum beim «Bund» für jemanden ohne Erfahrung im Journalismus verständlicherweise nicht möglich ist, nahm ich das Angebot eines Schnuppernachmittags umso freudiger an. Grund war, Einblick in den Alltag meines Traumberufs zu erhalten. Ausserdem lese ich den «Bund» jeden Tag und war neugierig, wie es hinter den Kulissen aussieht, welche Gesichter hinter den Kürzeln stecken.
Zuerst nahm sich Herr Burger meiner an und erklärte mir, wie die Titelseite entsteht. Innerhalb einer Viertelstunde wechselte er ungefähr dreimal den Haupttitel (ein Bundesgerichtsentscheid machte schliesslich das Rennen). Gelegentlich wurden seine Erklärungen vom streikenden Programm oder von Arbeitskollegen unterbrochen. Gerade diese Dinge lassen vermuten, dass hier kein Tag wie der andere verläuft.
Schliesslich zeigte mir Herr Sartorius noch die Online-Redaktion und machte mich danach sogleich mit der Herausforderung bekannt, diesen Bericht schreiben zu dürfen.
In der «Bund»-Redaktion herrscht eine konzentrierte Atmosphäre, von Hektik ist zumindest um diese Tageszeit nicht viel zu spüren. Und irgendwie wünscht man sich, irgendwann einmal, auch am Pult des stellvertretenden Chefredaktors vorbeizueilen, mit einer Kaffeetasse in der Hand und einem sarkastischen Spruch auf der Zunge.»
Wer Problemen aus dem Weg gehen will, schreibt nicht über Sex, nicht über Religion und nicht über Hunde, wurde einst den angehenden Journalisten beigebracht.
Sex ist in der Zwischenzeit derart banalisiert, dass er als Reizthema praktisch entfällt. Wenden wir uns also der Religion zu.
Zwei Themen haben in jüngster Zeit für Schlagzeilen gesorgt, und beide haben den Leser-Briefkasten zum Überquellen gebracht: Erstens der Papst, der die demokratiefeindliche, reaktionäre, anti-aufklärerische – kurz: klerikal-faschistische – Bruderschaft Pius XI. mit Sitz im Walliser Dorf Ecône faktisch wieder in den Schoss der Kirche aufgenommen hat. Und zweitens die Werbung der Freidenker, die etwas verzagt feststellt, es gebe «wahrscheinlich keinen Gott».
Was Papst Benedikt XVI. und seine Haltung zu Ecône betrifft, so kann einen gestandenen Katholiken ja nichts mehr erschüttern.
Zwar kommt der Pontifex in seinen roten Mass-Schühchen und den weissen, wallenden Gewändern wie eine Mischung aus Guru und Popstar daher. Doch jeder, der Joseph Ratzinger noch als Präfekten der Glaubenskongreation (also als obersten Hüter vatikanischer Dogmen – früher hiess die Institution übrigens «Inquisition») erlebt hat, wäre erstaunt gewesen, wenn sich der bayrische Kardinal in der Papst-Rolle plötzlich als Neuerer und Progressiver entpuppt hätte.
Im Gegenteil. Jeder, der sich einen zeitgemässen Katholizisismus wünscht – welcher Frauen und verheiratete Männer nicht länger diskriminiert, Sexualität nicht länger als Mittel zur Unterdrückung des Fussvolks versteht und bereit wäre, religiöse Überlieferungen mit ihrer ursprünglichen Sprengkraft auch als Vehikel zur gesellschaftlichen Veränderung zu verstehen – wusste, woran er mit Joseph Ratzinger sein würde.
Kann der Papst also als Argument für die Abkehr von der Religion, für Freidenkertum und Atheismus dienen?
Nein, natürlich nicht. Was fanatische Anhänger von Religionen und fanatische Atheisten gemein haben, ist, dass sie Glauben und Wissen miteinander verwechseln.
Rigide Anhänger von Religionen haben sich schon seit jeher als besonders intolerant erwiesen, denn bekanntlich ist für sie stets die eigene Religion die einzig richtige, während alle andern Häresie sind und oft direkt in die Hölle führen.
Ebenso ist das Argument von Gläubigen absurd, die Existenz Gottes sei zum Beispiel durch die Bibel oder den Koran «bewiesen». Die Bibel, das wissen ernsthafte Forscher, ist zwar ein faszinierendes Buch mit einer noch nicht restlos geklärten Entstehungsgeschichte, aber kein authentischer, zeitgenössischer Report; mithin «beweist» sie gar nichts. Dasselbe gilt für alle andern «heiligen» Bücher.
Dass Atheisten mit rationalen Argumenten für den Nicht-Glauben kämpfen («die Existenz Gottes ist empirisch nicht nachgewiesen») führt aber ebenfalls ins intellektuelle Abseits, denn die Nicht-Existenz Gottes ist ebensowenig zu beweisen.
Die ganze Debatte über Gott und die Welt läuft deshalb ins Leere. Niemand kann wissen, ob Gott existiert oder nicht. Seiner Existenz oder Nicht-Existenz ist nur mit Glauben oder Nicht-Glauben beizukommen. Alle religiösen Ideengebäude basieren ausschliesslich auf Fundamenten von Tradition und Übereinkunft. Jeder kann letztlich glauben oder nicht glauben, was er will.
Auf die Leserbriefe darf man trotzdem gespannt sein.
Die Universität Bern feiert ihr 175-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass hat der «Bund» heute eine Uni-Woche eingeläutet. Während einer Woche erscheinen in allen Ressorts Artikel über die Uni, werden Fragen wissenschaftlich beantwortet und Uni-Mitarbeitende näher vorgestellt. Als
Blogger konnten wir Rektor Urs Würgler verpflichten.
Um die
Spezialausgaben zum Unijubiläum unter die Studierenden zu bringen und damit vielleicht ein paar neue Abos zu gewinnen, aber vor allem um dem «Bund» noch einmal die ihm gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, wurden
auf der Redaktion Freiwillige gesucht und gefunden. Während drei Tagen verteilen diese an verschiedenen Uni-Standorten den «Bund» inklusive «Bund»-Tasse und Zmorgen-Ovo.
So bereits geschehen heute morgen
vor dem Hauptgebäude der Universität Bern. Anita Bachmann (Kanton), Philipp Schori (Stadt und Region), Claudia Röthlisberger (Medienpartnerschaften) und Anita Mischler (Lesermarketing) trotzten dem Regen und brachten Zeitungen und Tassen unter die Studierenden.
Nach einem
Gross-Ansturm um zehn Uhr waren eine viertel Stunde später keine Studentinnen und Studenten mehr in Sicht. Der Vorlesungsbeginn um 10.15 Uhr hatte den Verteilerinnen und dem Verteiler einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch mit etwas Geduld konnten auch noch die restlichen «Bund»-Exemplare unter die Leserschaft gebracht werden.
Morgen stellen erneut freiwillige Redaktorinnen und Redaktoren und
Chefredaktor Artur Vogel persönlich ihr Verteil-Talent unter Beweis. Diesmal
beim Haupteingang der Uni-Tobler. Simon Schweizer und Miriam Schneuwly, beide 14 jährig und beide aus dem freiburgischen Wünnewil, besichtigten im Rahmen eines Schnuppertages die «Bund»-Redaktion. Ihren Tag fassen sie in den folgenden Zeilen zusammen:
«In der Schule bekamen wir den Auftrag, uns über unseren Wunschberuf bei einem Schnuppertag zu informieren. Uns gefällt beiden das Schreiben und Recherchieren und die Medienwelt interessiert uns. Aus diesem Grund beschlossen wir, uns über den Beruf des Journalisten zu erkundigen.
Heute Mittwoch trafen wir im Dammweg ein und erwarteten am Empfang Beat Stähli, der uns durch den ganzen Tag begleitete. Er führte uns zu seinem Arbeitsplatz und erklärte den Aufbau der Zeitung. Unsere erste Aufgabe war, die heutige Ausgabe der Zeitung zu studieren und unsere Eindrücke zu äussern. Als Sportfans interessierte uns natürlich dieses Ressort, aber auch der Bericht über die neuen SBB-Fahrkarten, die man über das Handy kaufen kann, faszinierte uns. Diese Eindrücke wurden später bei der morgendlichen Blattkritik in der 11-Uhr-Sitzung diskutiert. Die Themen des Tages wurden vereinbart und der grobe Aufbau der morgigen Ausgabe besprochen.
Nach dieser Sitzung wurden wir durch die Räumlichkeiten der Redaktion geführt und erhielten einen kleinen Einblick in die Welt der Medien. Darauf stärkten wir uns in der internen Kantine bei einem leckeren Mittagessen und erhielten dabei interessante Tipps für den Weg zum Journalismus. Wichtig wäre, dass man möglichst viele Praktiken absolviert, während man studiert, erklärten uns die Mitarbeiter vom «Bund».
Mit gefülltem Magen ging’s nun wieder an die Arbeit. Eine neue Entdeckung für uns waren die programmierten Sicherheitstüren, die man nur mit einem speziellen Chip passieren kann. An einem Computer erklärte uns Beat Stähli das Computerprogramm, mit dem das Layout gestaltet wird. Nun können wir unser Wissen umsetzen und diesen Text für dieses Blog verfassen.
Eine Berufsbesichtigung beim «Bund» bietet Abwechslung und ist auf jeden Fall interessant!»
«Bund»-Mitarbeiter Rudolf Burger, unter anderem zuständig für die Samstagsinterviews, wurde für einmal selbst zum Befragten. Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse des Oberstufenzentrums Köniz liessen sich von Burger die «Bund»-Redaktion zeigen und das Handwerk des Zeitungsmachens erklären.
Wie viel ein Journalist verdiene und wie man überhaupt Journalistin werde, wollte ein Jugendlicher zum Beispiel wissen. 5000 bis 5500 Franken könnten Neueinsteigende erwarten. Und Journalist oder Journalistin könne sich jede und jeder nennen. Da der Titel nicht geschützt sei, brauche es dazu keine spezielle Ausbildung. Allerdings haben die meisten «Bund»-Redaktorinnen und redaktoren ein Studium hinter sich. Auch er selber habe sechs Jahre lang studiert, gab Burger Auskunft. Das sei ja gar nicht so lange, meinte daraufhin der Fragende.
Wie die Zeitungen am morgen rechtzeitig nach Zürich kämen, wurde weiter gefragt. Die Zeitung müsse jeden Abend spätestens um 23 Uhr fertig sein, damit sie in der Nacht per Zug in der ganzen Schweiz verteilt werden könne.
Und die kleinen Löchlein an den Seitenenden?
Diese stammten von den Klammern, die während des Druckprozesses zu Transportzwecken an den Seiten befestigt würden.
Ob wir denn keine Spitzel bei der BZ hätten? Nein. Beim «Bund» wüssten wir nie, was am nächsten Morgen in der BZ stehe und umgekehrt, so Burger.
Wie viele Leute den Bund abonniert hätten, wollte eine Schülerin wissen.
Die Antwort (50'000) löste staunendes Murmeln aus. So viele! Leider zu wenig, erwiderte Burger und pries die Vorteile des «Bund» gegenüber den Gratiszeitungen, welche die Schülerinnen und Schüler bevorzugten.
Zum Schluss wurde der geschenkte Kugelschreiber kritisch begutachtet. Ob er denn wirklich von guter Qualität sei, so die fragende Bemerkung eines Schülers.
Ungefähr einmal im Monat führt Rudolf Burger Schulklassen oder andere Gruppen auf Anfrage durch die Räumlichkeiten der «Bund»-Redaktion. Interessierte melden sich bei rudolf.burger@derbund.ch.
Es gibt Organisationen, die eine vorbildliche Medienabteilung haben. Sobald die Organisationen hinter dieser Medienabteilungen etwas unternommen haben, schicken sie Texte und Bilder an die Redaktionen im ganzen Land. So zum Beispiel heute, als Greenpeace uns innert Kürze mit Bildern zu den angekündigten Kernkraftwerken eindeckte.
Einerseits waren da Fotos dabei von Protesten vor dem KKW Mühleberg. Aber auch zwei Bilder von der Medienkonferenz der BKW, bei der Greenpeace-Aktivisten die Journalisten mit Protesttransparenten empfingen.
Die Versuchung ist natürlich gross, diese aktuellen Bilder anstelle eines
Archivbilds vom KKW Mühleberg zu verwenden. Schön wäre natürlich, wenn wir von der Medienkonferenz aktuelle Keystone-Bilder erhalten hätten. Doch ist dies bis jetzt nicht passiert.
Unter dem Titel «Spektakuläre Weihnachtsdekoration in Westside» wurde uns heute eine Medienmitteilung zugeschickt. Zusammen mit dem Bild, das Sie links sehen.
Nun gibt es diese schöne Regel, dass der Inhalt des Bildes mit dem Titel übereinstimmen soll. Ob das so ist, können wir leider im Moment nicht beurteilen – weil wir nicht wirklich sehen, was auf dem Bild ist. Eines aber ist klar: Spektakulär sieht das nicht aus.
Wer aber weiterliest, versteht bald, was denn so spektakulär ist: «60'000 Swarovski Kristalle funkeln im Zentrum». Oder um es auf den Punkt zu bringen: «660 Crystal Strands, die mit funkelnden STRASS® Swarovski® Crystals geschmückt sind und unter den fünf Oblichtern acht Sterne bilden, zaubern einen leuchtenden Weihnachtshimmel.»
Worüber wir natürlich auch sehr froh sind: « Die Reinheit und hohe Transparenz der makellos geschliffenenen Swarovski Kristalle sind der Garant dafür, dass auftreffendes Licht präzise gebrochen und gesteuert wird.»
Und damit Sie das ja nicht vergessen: «Westside ist eine neuartige Erlebnisdestination für den Grossraum Bern mit nationaler Ausstrahlung und internationalem Flair, die Shopping, Gastronomie, Erlebnisbad & Spa, Kino und Hotel in sich vereint.»